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Webdesign: Gut vorgelegt

Webdesign: Gut vorgelegt von Jan Bojaryn Von der ersten Idee bis zur fertigen Website erstreckt sich ein langer, steiniger Weg. Wer allerdings die ganze Strecke allein und ohne Hilfe zurücklegen will, der macht es sich unnötig schwer. Kein Arbeitsschritt,…

Von der ersten Idee bis zur fertigen Website erstreckt sich ein langer, steiniger Weg. Wer allerdings die ganze Strecke allein und ohne Hilfe zurücklegen will, der macht es sich unnötig schwer. Kein Arbeitsschritt, zu dem es nicht endlose Linklisten mit nützlichen Tipps, Anleitungen, Vorlagen, Tutorials, Testimonials und noch viel mehr gäbe. Da taucht direkt das nächste Problem auf: Wer soll den überfüllten Basar der Tippgeber und Hilfesteller überblicken?

Ist Ihnen das auch schon passiert? Vormittags stoßen sie auf eine umfassende Quellensammlung. Begeistert lassen sie sich inspirieren, durchforsten die Links – und plötzlich geht draußen die Sonne unter. Die Sichtung und Sortierung guter Tipps kann viel Zeit kosten.

Vorsortiert
Probieren wir etwas anderes: Nicht mehr als zwei Tipps zu jeder Kategorie. Dazu ein Kommentar, was Vorteile und gute Anwendungsgebiete für eine Website sind. Die vorgestellten Sites liefern nach meiner Erfahrung wertvolle Hilfe bei der optischen Gestaltung. Designideen, Farbschemata, Codegerüste für spezifische Layouts. Sie alle sind nützlich, ansprechend gestaltet, einfach zu nutzen und kosten nichts. Wer allerdings für kommerzielle Zwecke auf diese Quellen zugreift, sollte die Nutzungsbedingungen im Blick behalten.

Fertig designt
Ein komplettes Design einfach zu übernehmen, scheint zweifelhaft. Für schnelle Platzhalterseiten, als Lösung für Amateure oder als Inspiration und Startpunkt für eigene Lesitung kann es dagegen sehr gut dienen.

Open Source Web Design

Templates

Bei über 2080 freien Designs ist oswd inzwischen angekommen. Nützliche Vorschaufunktionen, ansprechendes Design und ihre anhaltende Popularität machen diese Site zu meinem liebsten Template-Archiv. Die Suchkriterien wären leider ausbaufähig, gehören aber schon zum besten im Web: Validation, Kontrast, Bilder, Hauptfarbe, CSS-Basierung und Spaltenzahl können abgefragt werden.

Open Web Design

Templates

Dasselbe in (etwas) schlechter: Auch hier werden über 2000 Designs versammelt. Die Vorschau funktioniert hier genau so gut, dafür stört mich aber das unausgewogene Design. Die Suche sieht ähnlich aus, wie bei oswd. Zwar fehlt hier das Kriterium Spaltenzahl, aber die getrennte Auswahlmöglichkeit für Erst- und Zweitfarbe ist Gold wert.

CSS-Gerüste
Vielseitiger und nützlicher sind Vorlagen, die dem Designer häufige Aufgaben abnehmen. Wer sich selbst noch keine wiederverwendbaren Vorlagen gebastelt hat, sollte ruhig mit der Arbeit anderer anfangen. Elegant und sauber gecodet sind meiner Meinung nach folgende Kandidaten.

Mollio

Templates

Gerade für Anfänger wird es kaum besser. Mollio versammelt 6 vollständig ausformulierte Designvorlagen. Die Resultate sind charakterlos, standardkonform und hervorragend dokumentiert.

Intensivstation

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Die Intensivstation hält, was sie verspricht. Die über ein Dutzend Vorlagen sind ’nice and free‘, und decken fast alle typischen Grunddesigns ab. Der Kommentar ist knapp und sinnvoll.

Farben
Ein gutes Farbschema ist nicht schnell gefunden. Zwei Hilfsmittel verwende ich regelmäßig, für Inspiration und schnelle Tests.

Colorcombos

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Vorschauen für die Farbwahl und -zusammenstellung gibt es viele. Die meisten davon sind für mich nutzlos, weil ich nicht von einer Briefmarke auf Wandtapeten schließen kann. Das minimalistische Tool von Colorcombos erlaubt das Zusammenstellen auf Riesenflächen. So wird anschaulich, wie ein Farbschema im großen Maßstab wirkt.

COLOURlovers

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Wer sich von der Fantasie anderer inspirieren lassen will, findet bei den Colourlovers reichlich davon. Ein gutes Suchfeature, viele Bewertungen und ein Haufen Schemata warten.

Sandbox

Templates

An WordPress führt ja kaum noch ein Weg vorbei. Das heißt nicht, dass man damit glücklich werden müsste. Ein Theme in WordPress zu erstellen, ist nicht für jeden ein Klacks. Wer es gern möglichst übersichtlich und klar hat, und dazu eine knappe, nützliche Dokumentation schätzt, dem empfehle ich die Sandbox: Ein minimalistische Theme, dass als Startpunkt für eigenes Design dienen soll. Spätestens eine Competition hat demonstriert, dass die Sandbox vielseitig einsetzbar ist.

Den Werkzeugkoffer pflegen
Man kennt das von guten Handwerkern: Sie haben ihre eigenen Herangehensweisen entwickelt und setzen ganz gezielt bestimmte Werkzeuge für bestimmte Aufgaben ein. Ein gut sortierter Ordner mit wichtigen Lesezeichen ist viel Wert. Mit am Wichtigsten dabei ist, gut aufzuräumen und auszumisten. 50 Links auf Designgalerien helfen in der hektischen Praxis einfach nicht weiter. Statt dessen sollte man sie in ruhigen Momenten durchsuchen – und aussortieren.

Erstveröffentlichung 27.08.2007

Von Jan Bojaryn

Sprachwissenschaftler, freier Autor und Texter. Befasst sich seit fast 20 Jahren professionell mit Sprache, Webdesign, Usability und Kommunikation im Netz. Schreibt Artikel und Ratgebertexte zu verschiedenen Themen. Liebt guten Text, nutzerfreundliches Design und Currywurst.

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