WebGUI CMS: Daumen hoch!

Das US-amerikanische Softwareunternehmen Plainback ist Anbieter des freien OpenSource-Content-Management Systems WebGUI. Die Zielgruppe sind kleine und mittelgroße Unternehmen sowie Privatanwender, die ein leistungsfähiges, sauber programmiertes und kostengünstiges CMS einsetzen wollen.

„Wenn Sie einen Webbrowser bedienen können, können Sie WebGUI bedienen“. Oft genug zerschellen solche Marketing-Phrasen an den schroffen Felsen der Realität. Das gilt immer noch besonders für OpenSource-Projekte, auch wenn die Situation in der freien Community immer besser wird.

WebGUI ist in Perl geschrieben und läuft, wie bei Web-Applikationen fast schon üblich, mit allen gängigen Betriebssystemen, Webservern und Datenbanksystemen. Bestimmte Systempräferenzen stehen einer WebGUI-Installation prinzipiell nicht im Weg.

WebGUI ist stark modular aufgebaut. Über Module, hier Wobjects genannt, kann das System sehr einfach erweitert werden, ohne Produktaktualisierungen zu verkomplizieren.

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Bearbeitungsfunktionen werden direkt in der Website angezeigt

Die Unterstützung für LDAP-Verzeichnisdienste kann in dieser (Preis-) Klasse durchaus als ungewöhnlich bezeichnet werden. Liegen Benutzerdaten bereits in einem LDAP-Verzeichnis vor, zum Beispiel E-Mail-Benutzerkonten, können diese Informationen in WebGUI übernommen werden, so dass das CMS sehr gut für Intranets geeignet ist.

Die LDAP-Unterstützung ein gutes Argument für den Einsatz von WebGUI in mittelgroßen Unternehmen. Leider fehlt ein Workflow-Management, um zum Beispiel Änderungen eines Nutzers vom Admin oder Vorgesetzten genehmigen zu lassen – was die Eignung für kleine und mittlere Unternehmen wieder in Frage stellt.

Wichtige Funktionen wie Foren, Abstimmungen, Veranstaltungskalender und sind entweder direkt integriert oder als Wobjects verfügbar.

Installation
Die Installation ist wie bei besseren Content Management Systemen üblich recht kompliziert. Je flexibler und offener ein System ist, desto komplexer ist es. Viele Programm-Abhängigkeiten müssten aufgelöst werden. WebGUI benötigt zahlreiche Perl-Module, die nicht überall verfügbar sind. Wer die Möglichkeit hat, diese zu installieren, zum Beispiel auf einem eigenen Root-Server, kann das vom Test-Skript erledigen lassen oder manuell per CPAN-Shell installieren. Besser wäre es gewesen, die benötigten Perl-Module mit ins WebGUI-Archiv aufzunehmen, um die Installation und Aktualisierungen zu vereinfachen.

Für Windows gibt es ein Komplettpaket von WebGUI inklusive Apache, Perl, allen benötigten Perl-Modulen und MySQL. So können auch CMS-Anfänger in die Welt der Web-Content-Management-Systeme hineinschnuppern.

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Editor

Bedienung
Die Bedienung ist tatsächlich simpel – wenn die Installations-Hürde genommen und die Website in WebGUI eingerichtet ist. Bedienelemente für Artikelbearbeitung werden direkt in der Website, neudeutsch „inline“, angezeigt. Artikel können sogar per Drag-and-Drop auf einer Seite verschoben werden. Mehrere zur Auswahl stehende WYSIWYG-Editoren runden das Bild ab. Besonders hilfreich ist die Funktion „Versionierung“. Sie speichert verschiedene Bearbeitungszustände einer Datei und kann per Mausklick alte Versionen wieder herstellen.

Fazit
Der Entwicklungsfahrplan von Plainback für WebGUI lässt hoffen: eine Workflow-Verwaltung wird in der Version 6.8 enthalten sein. Es gibt bereits eine Betaversion zum Testen. Spätestens in dieser Version wird WebGUI über alle Funktionen und Eigenschaften verfügen, die es für den professionellen Einsatz in kleinen und mittleren Unternehmen benötigt. Wer sich mit Perl ein wenig auskennt und die Unix-Shell nicht fürchtet, bekommt mit WebGUI ein ausgereiftes Produkt. Daumen hoch für WebGUI! ™

Die Links:

Erstveröffentlichung 06.12.2005

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